Ausrüstung & Tarnung

Mein Setup für die Pirsch

Wildschwein im Wald aus der Nähe

Die häufigste Frage, die mir gestellt wird, lautet: Mit welcher Kamera machst du das? Die ehrliche Antwort ist unbequem: Die Technik ist der kleinste Teil. Das beste Objektiv nützt nichts, wenn man sich falsch verhält. Trotzdem will ich offen zeigen, womit ich unterwegs bin.

Die Technik

Mein Arbeitstier ist eine spiegellose Vollformatkamera mit gutem Autofokus und schnellem Serienbildmodus. Dazu ein lichtstarkes Telezoom für die meisten Situationen und eine feste Telebrennweite für scheue Tiere und schlechtes Licht. Für die kleinen Bewohner kommt ein Makroobjektiv dazu. Ein leichtes Stativ oder ein Bohnensack stabilisiert die langen Brennweiten – gerade in der Dämmerung entscheidet jede ruhige Hundertstelsekunde.

Tarnung und Verhalten

Viel wichtiger als die Kamera ist, unsichtbar zu werden. Gedeckte, geräuschlose Kleidung, ein Tarnnetz über dem Objektiv und ein Ansitz, der mit der Umgebung verschmilzt. Den größten Fehler machen die meisten beim Wind: Riecht das Wild den Menschen, ist die Begegnung vorbei, bevor sie beginnt. Deshalb prüfe ich vor jeder Pirsch die Windrichtung.

Ein Fuchs, der bei der Mäusejagd im Morgenreif an mir vorbeizieht, ein Wildschwein, das aus dem Dickicht tritt – solche Momente entstehen nicht durch teure Technik, sondern durch Wissen über das Tier und durch Disziplin. Bewegungslos bleiben, leise atmen, abwarten.

Mein wichtigster Rat an Einsteiger lautet daher: Investiere zuerst in dein Wissen über die Natur, dann in die Ausrüstung. Ein gutes Bild entsteht im Kopf, lange bevor der Auslöser klickt.

← Zurück zum Blog