Es gibt kaum etwas Eleganteres als einen Greifvogel im Flug. Mühelos nutzen sie Wind und Thermik, hängen scheinbar bewegungslos in der Luft und stoßen im richtigen Moment blitzschnell herab. Greifvögel zu fotografieren heißt, den Himmel lesen zu lernen.
Der Rüttler
Der Turmfalke ist ein Meister des Rüttelflugs: Mit schnellen Flügelschlägen steht er wie festgenagelt über einem Feld, den Kopf absolut ruhig, die Augen auf eine Maus geheftet. Diesen Moment scharf einzufangen, ist hohe Schule. Ich stelle mich mit dem Wind im Rücken auf, wähle eine kurze Verschlusszeit und folge dem Vogel ruhig mit.
Der Schwarzmilan dagegen ist der Segler. In großen Kreisen nutzt er die aufsteigende warme Luft, kaum ein Flügelschlag, dafür dieser unverkennbare gegabelte Stoß. Ihn formatfüllend abzulichten, gelingt nur mit langer Brennweite und viel Vorhalten.
Geduld am offenen Himmel
Anders als am Ansitz im Wald ist man bei Greifvögeln dem weiten Himmel ausgeliefert. Stunden können vergehen, in denen nichts passiert. Dann plötzlich kommt Bewegung auf, und alles entscheidet sich in Sekunden. Wer die Wege der Vögel kennt, ihre bevorzugten Ansitzbäume und Jagdreviere, ist klar im Vorteil.
Und manchmal wird man mit einem Bild belohnt, das die ganze Freiheit dieser Könige der Lüfte einfängt, nichts als Vogel und Himmel.